Imkerei Diatka

Wie wird der Honig cremig?

Ja, wie wird der Honig cremig? Diese Frage bekomme ich als Imker sehr oft gestellt.

In der Honigverordnung steht, dass dem Honig grundsätzlich nichts hinzugefügt bzw. entnommen werden darf. Wie erreicht man also diese schöne streichfähige Konsistenz?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir in die mikroskopische Welt eintauchen. Chemisch gesehen, besteht der Honig, neben den vielen wertvollen Bestandteilen, hauptsächlich aus Zucker. (Wer mehr über die Bestandteile erfahren möchte, kann auf der Seite von Beegut nützliche Informationen finden).

Wenn wir Honig unter dem Mikroskop betrachten, sehen wir neben Pollen, auch die Struktur der Fruktose und Glukose. Die Kristalle sind eckig und kantig. Wenn Honig beginnt fest zu werden, wachsen diese Kristalle in sich zusammen und „verhaken“ sich.

Bild von Ernst Hippe

Um cremigen Honig zu produzieren, wartet man, bis der natürliche Kristallisationsprozess beginnt. In dieser Phase wird der Honig jeden Tag mit einem speziellen Rührwerk für ein paar Minuten durchgerührt. So brechen die Kristalle auf und die Kanten werden abgerundet.

Herstellung cremiger Honig

Je nach Temperatur und Honigsorte, kann dieser Vorgang mehrere Wochen dauern. Am Ende des Herstellungsprozesses bekommt der cremige Honig eine perlmuttartige Farbe. Das ist der Zeitpunkt in der der Honig in das Glas gefüllt wird. Hier endet der Kristallisationsvorgang.

Fertiggerührter Honig vor der Abfüllung

Was ist geschehen?

Unter dem Mikroskop betrachtet, haben sich die Ecken und Kanten der Zuckerkristalle abgerundet. Sie haben keine Möglichkeit mehr sich zu verhaken. Das Beispielfoto von Kugeln verdeutlicht den physikalischen Prozess.

Schematische Darstellung am Beispiel Kugeln

Abschließend wäre noch die helle Farbe zu erklären. In den Zwischenräumen der abgerundeten Kristalle entstehen mit Luft gefüllte Hohlräume, worin sich das Licht bricht. Dadurch erscheint der Honig heller.

Farbunterschied am Honig

Diese abgerundeten Kristalle sind auch dafür verantwortlich, dass beim Verzehr von cremigem Honig ein besonderes Geschmackserlebnis entsteht. Die Kristalle besitzen jetzt mehr Oberfläche, so dass unsere Geschmacksrezeptoren ein intensiveres Aroma erleben.

Welchen Honig bevorzugt Ihr: flüssigen oder cremigen? Eure Antworten könnt Ihr gerne in die Kommentarfunktion schreiben.

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